20. Mai 2022 - Daniel Gamper

Worüber kaum berichtet wird!

Was die Hauptmedien berichten, ist nicht immer Fake-News oder gar Propaganda. Bei der heutigen Berichterstattung ist es aber hilfreich, auch «zwischen den Zeilen» zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Die einsichige Berichterstattung wird zwar immer offensichtlicher, sie hat aber noch weitere Facetten. Eine dieser Facetten ist es, dass über gewisse Fakten gar nicht oder nur am Rande berichtet wird. Gewisse Themen werden totgeschwiegen!

Auf ein solches Thema bin ich, wie so oft, in den sozialen Medien gestossen. Kurzerhand habe ich darauf meine eigene Recherche dazu angestellt:

Die NZZ berichtete am 20.10.2020 in einem Gastkommentar von Anatoliy Amelin, Andrian Prokip und Andreas Umland über riesige Erdgasvorkommen in der Ukraine. Bei researchgate kann man die Ausführungen der drei Autoren auch ohne Bezahlschranke lesen: «Das vergessene Potential der ukrainischen Energiereserven».

Im Beitrag heisst es:

«Eine Steigerung der ukrainischen Inlandsproduktion von Erdgas, Biogas, Wasserstoff und Biomethan würde die Abhängigkeit der Ukraine von Energieimporten nicht nur verringern, sondern aufheben. Sie kann sogar einen neuen potenten exportorientierten Zweig der ukrainischen Wirtschaft schaffen und Impulse für stärkeres Wachstum auch in anderen Industriesektoren verleihen. Die EU würde von einer Diversifizierung ihrer Gasversorgungsquellen und Gewinnung eines neuen Energiepartners in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft profitieren.»

Der Beitrag wurde noch vor Kriegsbeginn verfasst, er zeigt ein wirtschaftliches Spannungsfeld und wirft Fragen zum laufenden Krieg auf. Klar ist, die heutige Berichterstattung in den Tagesmedien beleuchtet diese Aspekte kaum.

Weiter:

«Eine weitere Energieform mit grossem Potenzial in der Ukraine ist Biogas. Derzeit verfügt das Land über ausreichende Kapazitäten, um jährlich etwa zehn Milliarden Kubikmeter Biogas zu produzieren. Diese Menge entspricht in etwa der Menge an Erdgas, die die Ukraine jedes Jahr importiert. Angesichts des derzeit wachsenden Landwirtschaftssektors der Ukraine könnte die Kapazität zur Produktion von Biogas weiter zunehmen. Bei Mischung von Biogas mit Wasserstoff entsteht Biomethan, eine besonders umweltfreundliche Energieform.»

Die Medienhäuser der Hauptmedien lassen auch dieses Thema aussen vor. Sind diese Fakten für sie unpassend? Oder gar ein Fettnäpfchen? Könnten wir so plötzlich eine Erklärung für den massiven Anstieg der Lebensmittelpreise finden?

Ackerflächen werden in der Ukraine ausgebaut, um die erzeugten Rohstoffe für die Energieversorgung zu ver(sch)wenden.

Es dürfte jedem klar sein: Kriege sind für den militärisch-industriellen Komplex das am besten funktionierende Geschäftsmodell. Dazu gehört die Finanzierung der Waffen und der Wiederaufbau des Landes, über Kredite.

Kredite, ich erinnere kurz daran, schaffen neues Geld durch den Mechanismus einer Bilanzverlängerung bei einer Bank. Die Forderung des Kredites auf der Aktivseite einer Bilanz und die neu geschaffene Geldsumme auf das Konto der Waffenindustrie. Das ist natürlich vereinfacht, aber technisch korrekt.

So schreibt es auch die SNB in ihrem Glossar «Geldschöpfung» auf ihrer Website: Die Geschäftsbanken können Buchgeld kreieren, indem sie Kredite gewähren.

Geld drucken auf einer Druckmaschine findet nur bei den Noten statt. Das elektronische «Geld», wird durch das Klicken der Maus oder durch ein Drücken der Enter-Taste frisch produziert.

So sagt die Bundesverfassung (Art. 99) klar: Nur Banknoten und Münzen sind echte Schweizer Franken. 

Die Sichtguthaben, welche die Banken bei der Nationalbank haben, sind kein Geld für uns, die Konteninhaber bei Geschäftsbanken. Das ist weltweit so. Buchgeld auf unserem Konto ist eben nur ein Anspruch auf echte Franken.

Kurz gesagt, der Geldschöpfungsvorgang durch die Banken ist ein lukratives Geschäft, und der Motor, um den Krieg wirtschaftlich zu nutzen. Die Verstrickungen sind natürlich weit komplexer, als ich hier ausführen kann.

Das Geldsystem und deren Funktionsweise dürfte uns in naher Zukunft noch mehr beschäftigen. Wir werden für Sie auch bei diesem Thema dranbleiben und darüber berichten.

Herzlichst

Daniel Gamper

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