18. Mai 2022 - Susanne Schmieden

Von alten Büchern und neuen Viren

Seit meiner Studienzeit habe ich eine Art Hobby, das ich selbst als «Bücherarchäologie» bezeichne. Es besteht darin, nach alten, besonderen, raren Büchern zu suchen. Anfänger tun das in schummrigen, chaotischen Antiquariaten. Fortgeschrittene suchen auch im Internet. Profis finden genau zur richtigen Zeit an einem unvorhergesehenen Ort ein Buch, von dem sie gar nicht wussten, dass es existiert, bei dem sie aber sogleich wissen, dass es wichtig ist und warum. Diese Arbeit ist vergleichbar mit der eines guten Kriminalisten oder eines Trüffelschweins.

Nach dem unschuldigen und harmlosen Vergnügen, alte Gedichtbände und verschollene Dissertationen auszugraben, bin ich seit gut zwei Jahren, nein, eigentlich schon länger, auch auf der Spur sogenannter Giftschrank-Exemplare (okay, auch der Begriff ist von mir). In meinem Bücherregal gibt es eine ganze Abteilung für diese Kategorie.

Meine neuste Entdeckung hat in mir den Verdacht aufkommen lassen, dass wir uns seit geraumer Zeit und ohne absehbares Ende tatsächlich in einem schlechten Drehbuch aufhalten. Der Titel meiner Entdeckung lautet: «Die geplanten Seuchen. AIDS – SARS und die militärische Genforschung». Das Buch ist von 2003 (sic!).

Zunächst dachte ich noch ganz naiv: «Och, das ist aber interessant, mal gucken, ob es da eine neue Auflage gibt.» Natürlich nicht. Dann: «Schauen wir mal bei Amazon (sorry!) und in den einschlägigen Verzeichnissen antiquarischer Bücher nach.» Nun: Man kann es gebraucht kaufen, ja. Ab 150 Euro aufwärts. Dann die Suche bei Swisscovery, das ist die zentrale Suchmaschine für alle Bibliotheken in der Schweiz. Ergebnis: Es ist ausleihbar, und zwar bei genau einer Institution: der Eidgenössischen Militärbibliothek. Kein Witz. Ich habs dann gleich dort bestellt.

Tja, was soll ich sagen? Es liest sich wie ein Krimi. Und es ist sonnenklar, warum es in die Giftschrank-Kategorie gehört. Beim Lesen habe ich zwischenzeitlich vergessen, dass es von 2003 ist. Ich dachte, es wurde grad eben geschrieben – oder eher in der Zukunft. Ich empfehle Ihnen, es selbst zu lesen. Auch auf Telegram oder sonstwo im Internet findet man ein pdf davon. Suchen Sie selbst, das macht sogar ein bisschen Spass.

Aber schnallen Sie sich an und stellen Sie einen, ach was, eine Flasche Schnaps bereit. Und vergessen Sie bitte nicht zu atmen. Nur so viel: Das Wort «Coronavirus» (haben Sie davon jemals gehört, vor den letzten zwei Jahren, sagen wir 2002?) kommt im zweiten Teil zig Mal vor. Und es geht um Biowaffenforschung und Gentechnik. Und zwar seit den 1950er-Jahren.

Mehr sag ich nicht. Lesen Sie selbst und machen Sie sich Ihr eigenes Bild.

Herzlich

Susanne Schmieden

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