26. November 2021 - Lars Ebert

Schuld und Ursache

Es gab und gibt kriminelle Psychopathen mit sehr viel Macht. Es gibt Schätzungen, dass bis zu 14 Prozent der Menschen in Führungspositionen Psychopathen sind. Ihnen fehlt die Fähigkeit zu Mitgefühl (Empathie).

Ja, ich weiss. Ich bin schuld. Ich bin ungeimpft. Ich treibe damit die Pandemie. Ich bin asozial. Weil Geimpfte unter mir leiden. Weil ich den nächsten Lockdown verursache. Obwohl ich entschieden gegen Lockdown bin.

Das ist noch nicht alles. Ich schädige das Klima. Weil ich atme, weil ich Auto fahre, weil ich konsumiere, weil ich ab und zu fliege. Was noch?

Ich trenne nicht immer konsequent meinen Müll. Ich tue mich schwer mit der Gendersprache, Beispiel: Bürger*innensteig.

Aber:
Wer hat es zu verantworten, dass es zu wenige Pflegekräfte gibt?
Wer plant das grösste Kohlebergwerk der Welt in Australien (Carmichael)?
Wer stellt Glyphosat her?
Wer produziert immer noch zwei Millionen Tonnen Asbest jedes Jahr?
Wer stellt Atombomben her?
Wer führt Gain-of-function-Forschung durch?
Wer hinterzieht in grossem Massstab Steuern?
Wer holzt ganze Wälder ab?
Wer spaltet die Gesellschaft?
Wer sammelt Daten von Millionen und Milliarden Menschen?

Ich nicht. Du nicht. Wir alle nicht. Ich bin es leid, der Sündenbock zu sein. Soll jemand anderes Sündenbock spielen? Ein Multimilliardär? Hilft das weiter?

Es gab und gibt kriminelle Psychopathen mit sehr viel Macht. Es gibt Schätzungen, dass bis zu 14 Prozent der Menschen in Führungspositionen Psychopathen sind. Ihnen fehlt die Fähigkeit zu Mitgefühl (Empathie). Sie können sich nicht in andere Lebewesen einfühlen. Ihre Gefühlswelt bezieht sich eigentlich nur auf die eigene Person. Psychopathen sind im wahrsten Sinne des Wortes «cool». Sie sind verantwortungslos und lügen ohne mit der Wimper zu zucken.

Und nun? Ich behaupte: Wenn wir die alle einsperren, haben wir weiterhin Probleme. Dann rückt der nächste nach. Ich bin kein Anhänger der Sündenbock-Theorie. Ich denke, wir müssen die zugrundeliegenden Strukturen ändern.

Diese Strukturen nennt Fabian Scheidler die «Megamaschine». Die Megamaschine besteht im Kern aus dem Prinzip der endlosen Akkumulation von Profit. Sie entstand vor etwa 500 Jahren und hat sich seither immer weiter entwickelt bis zu den extremen Ausprägungen, die wir heute sehen. Ein Beispiel: Selbst Krankenhäuser sind heute Teil der Megamaschine, sie beugen sich dem Prinzip der Profitmaximierung.

Für mich ist dieses Konzept tröstlich, weil das «Böse» im Grunde eine über Jahrhunderte gewachsene Struktur ist. Das Problem ist: Wir stärken oft unbewusst die Megamaschine. Wenn wir Aktien mit dem alleinigen Ziel der Rendite kaufen, stärken wir die Maschine. Wenn wir ein Produkt nur wegen des günstigen Preises kaufen – egal wie es produziert wurde – stärken wir die Maschine.

Ich habe die Hoffnung, dass ein Bewusstsein für diese Zusammenhänge uns einer grundlegenden Lösung näherbringen wird. Früher oder später.

Lars Ebert

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