16. Januar 2022 - Konstantin Demeter

Psychologie in der PSYOP-Pandemie

Liebe Leserinnen und Leser, in dieser PSYOP-Pandemie ist es wichtiger denn je, die Realität zu erkennen und entsprechend zu handeln. Doch der Mensch hat die Fähigkeit, sich selbst zu täuschen. Um Angst zu vermeiden, schliessen wir wichtige Teile unseres Bewusstseins aus. Das geschieht bei Selbsttäuschungen genauso wie bei kollektiven Täuschungen und kann sowohl positive wie negative Folgen haben.

Buddhaghosa, ein indischer Philosoph und Mönch aus dem fünften Jahrhundert, der einen Text über Psychologie verfasste, nennt diese Selbsttäuschung moha, Verblendung. Er definiert sie als die «Trübung des Geistes, die zu einer fehlerhaften Wahrnehmung des Objekts in der Bewusstseinssphäre führt».

Diese Definition steht im Einklang mit der gegenwärtigen kognitiven Psychologie, wie der Psychologe Daniel Goleman in seinem Buch «Vital Lies, Simple Truth – The Psychology of Self-Deception» feststellt. Buddhagosa sieht in der Verblendung den Ursprung aller «wahnsinnigen» mentalen Zustände.

Die Verblendung kann zum Beispiel eine Reaktion auf die kognitive Dissonanz sein. Damit wird ein psychologischer Zustand bezeichnet, in dem jemand zu widersprüchlichen Erkenntnissen gelangt. Dieser Konflikt erzeugt ein Unbehagen, das durch eine Änderung einer der Einstellungen oder Verhaltensweisen minimiert oder beseitigt wird. Die Frage ist nur, welche.

Die kognitive Dissonanz wurde erstmals vom US-amerikanischen Sozialpsychologen Leon Festinger untersucht. Er führte eine Beobachtungsstudie an einer Sekte durch, die glaubte, die Erde werde durch eine Flut zerstört. Eine fliegende Untertasse sollte sie retten. Daraus ging ein faszinierendes Experiment hervor, das Festinger zusammen mit James Carlsmith 1957 an der Stanford University durchführte (Video).

Die Teilnehmer wurden nach einigen langweiligen Aufgaben – zum Beispiel mit Klötzen hantieren – entweder mit 1 oder mit 20 Dollar belohnt, um einem anderen Teilnehmer im Warteraum zu sagen, dass die Aufgaben interessant seien und Spass machten. Bei einer nachträglichen Bewertung des Experiments fanden diejenigen, die nur einen Dollar zum Lügen erhalten hatten, die Aufgabe lustiger und angenehmer als diejenigen, die 20 Dollar erhalten hatten.

Eigentlich würde man das Gegenteil erwarten, doch die Erklärung für das Verhalten liegt eben in der kognitiven Dissonanz: Eine Belohnung von nur einem Dollar ist kein ausreichender Anreiz zum Lügen. Die entsprechenden Teilnehmer konnten diese Dissonanz nur überwinden, indem sie sich selbst davon überzeugten, dass die Aufgaben interessant waren und Spass machten. Eine Entlöhnung von 20 Dollar motiviert mehr, um mit Klötzen zu spielen, und es entsteht daher keine Dissonanz.

Ich vermute, dass in dieser PSYOP-Pandemie einige Menschen ebenso reagieren. Zum Beispiel manche, die sich aus Überzeugung haben impfen lassen, und dann trotzdem positiv getestet wurden und eventuell an «Covid» erkrankten – oder Nebenwirkungen erlitten. Das Opfer, das sie erbracht haben, zahlt sich für sie nicht aus. Um diese Dissonanz zu kompensieren, befürworten sie die Gen-Injektionen noch stärker als vorher und entwickeln eine noch grössere Feindseligkeit gegenüber den Ungeimpften. Dasselbe gilt vermutlich für manche Verfechter und Opfer der Massnahmen.

Die Sektierer, die auf die fliegende Untertasse und die Flut warteten, mieden die Öffentlichkeit. Doch als die Prophezeiung sich nicht bestätigte, riefen die bis dahin engagiertesten Gruppenmitglieder sogleich bei den Zeitungen an, baten um Interviews und begannen, aktiv zu missionieren.

Gut, dass gegenwärtig einige die Dissonanz auflösen, indem sie die Realität erkennen. Bei diesen besteht allerdings die Gefahr, dass sie – zumindest anfangs – zu «erleuchteten», ebenfalls aggressiven Missionaren werden, was dem Dialog mit der «Gegenseite» nicht zuträglich ist.

Buddhaghosas Einschätzung der menschlichen Natur ist ebenso vereinbar mit der modernen kognitiven Psychologie wie die Lösung, die er anbot, konstatiert Daniel Goleman. Das Heilmittel gegen Verblendung, sagt Buddhaghosa, ist paññā: Weisheit, oder Introspektion. Sie erlaube uns, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Das bedinge laut Goleman jedoch ein Verständnis, das nicht durch das dringende Bedürfnis, Angst zu vermeiden, verzerrt ist.

Schon die antiken Griechen waren sich der Bedeutung dieser Introspektion bewusst. Platon definiert die Aufgabe der Philosophen als melete thanatou – Reflektion über den Tod. Indem man die Seele von den körperlichen Sinnen und Begierden befreie, erlange man die reine Erkenntnis der Ideen und bereite sich auf das künftige Leben vor.

Die Todesangst zu überwinden, bedeutet bewusst zu leben. Diese Überwindung ist heute dringender denn je, sowohl individuell als auch kollektiv, denn fast die gesamte Politik beruht auf Todesangst.

Herzlich

Konstantin Demeter

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