19. Juni 2022 - Wiltrud Schwetje

Mainstream und Überwachungsstaat

Die Mainstreammedien machen mir manchmal wirklich Spass. Schon während der Hochzeit des Virusalarms haben sie immer wieder mal so getan, als wüssten sie noch, worin ihre Aufgabe besteht und was Pressekodex oder Journalistenehre sind.

Das wirkte allerdings immer abgekartet und inszeniert. Denn wenn in der SZ, der FAZ oder einem anderen dieser deutschen «renommierten» Blätter ein kritischer Artikel zum Corona-Irrsinn erschien, der am apokalyptischen Regierungsnarrativ kratzte, wurde meist ein Gastautor dafür bemüht (hier und hier). Die gleiche Taktik war im spanischen Mainstream zu beobachten.

Das wirkte scheinheilig und verlogen, als wollte sich die sogenannte «Vierte Gewalt im Staate» ein Sicherheitsnetz spannen, in das sie fallen könnte, sollte der ganze Corona-Betrug mal auffliegen.

In der vergangenen Woche waren gleich zwei Top-Medien ein Quell der Freude: die Nachrichtenagentur Reuters und das Redaktionsnetzwerk RND, sozusagen das private Sprachrohr der SPD. Beide beschäftigten sich mit dem Thema, wie China die «Pandemie» genutzt hat, um seinen Überwachungsstaat zu perfektionieren.

Beide berichteten darüber, wie das Sozialkreditsystem und der digitale Covid-Pass eingesetzt werden, um abweichende Meinungen und Widerstand im Keim zu ersticken.

Reuters zitierte gleich mehrere Betroffene, deren Covid-Pass «auf Rot gestellt wurde», weil sie an einer Demonstration teilnehmen wollten, um gegen die Blockade ihrer Bankkonten zu protestieren (hier und hier). Die Regierung habe schon vor zwei Monaten mindestens 178 Millionen Dollar an Einlagen eingefroren, wusste die Nachrichtenagentur.

Ohne einen «grünen Code auf ihrer Smartphone-App» hätten Bürger keinen Zugang mehr zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Orten wie Restaurants oder Einkaufszentren. Sie dürften nicht durch das Land reisen, teilte Reuters geflissentlich mit.

Kernaussage eines Opfers:

«Sie legen uns digitale Handschellen an.»

Besser kann man das nicht ausdrücken. Eine berechtigte Frage an Reuters wäre: Woher kommt dieser plötzliche Anfall rechtschaffenen Journalismus? Schliesslich hat die internationale Nachrichtenagentur mit ihrer manipulativen Corona-Propaganda fleissig am Aufbau dieser weltweiten Überwachungs-Infrastruktur mitgewirkt.

Sich plötzlich als Verfechter demokratischer Grundrechte hinzustellen und China als einzigen Corona-Buhmann anzuprangern, das hat was. In Spanien würden wir sagen: «Tiene mucha cara».

Aber RND schoss eindeutig den Vogel ab. Das Portal sprach von «Missbrauch unter dem Vorwand des Corona-Schutzes» und verkündete, China habe die «Pandemie» genutzt, um einen «umfassenden Überwachungsstaat» zu errichten.

Das habe durchaus skurrile Blüten getrieben, amüsierte sich RND. Selbst Kriminelle hätten sich seit 2020 nach Jahren auf der Flucht freiwillig bei der Polizei gestellt. Denn «ohne gültigen Gesundheitscode bliebe ihnen selbst der Einkauf beim Supermarkt um die Ecke verwehrt».

Die Überwachung sei «so streng wie zuletzt unter Mao Zedong», konstatierte RND. Übrigens ein Diktator, der von David Rockefeller in den höchsten Tönen gelobt wurde und etwa 65 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat, das sei am Rande erwähnt. China befinde sich in einem «riesigen sozialen Experiment – mit unabsehbaren Folgen», resümierte das Portal.

Da kann ich nur sagen: «Bravo, ihr seid auf der richtigen Spur. Weiter so!» Mein Tipp: Ab sofort solltet ihr euren Blick nicht mehr in die Ferne schweifen lassen, sondern euch in eurem Umfeld umschauen. Das Sozialexperiment findet nämlich direkt vor eurer Nase statt. Wir sind alle Teil davon.

Herzlich

Wiltrud Schwetje

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