18. September 2022 -

Kein Bier ohne Bargeld

BIER: Weil keine gute Geschichte je mit einem Salat begann. Urheber unbekannt

In Winterthur gibt es eine Bar, die kein Bargeld mehr entgegennimmt. Vorletzte Woche wollte ich mir noch ein Bierchen in der Arch Bar, unweit des Hauptbahnhofs, genehmigen. Als das Bier auf der Theke stand, wollte ich gleich bar bezahlen. Doch die Barfrau erklärte mir: Das ist «nur cashless», nur mit elektronischem Geld möglich.

Ich dachte meinen Ohren nicht zu trauen und fragte nach, ob sie denn keine gesetzlichen Zahlungsmittel mehr akzeptieren würden. Sie antwortete: «Doch, aber nur noch elektronisch». Bei dem Geräuschpegel der Musik liess ich die Diskussion dann bleiben. Ich erklärte ihr aber noch, dass es einen sogenannten Annahmezwang für echte gesetzliche Zahlungsmittel gäbe. Und fragte, ob eine Zuwiderhandlung denn nicht ein krimineller Tatbestand wäre; ein Verstoss gegen das WGZ Art. 3. Sie war überrascht und es tat ihr schrecklich leid. Aber die Inhaber hätten das so entschieden.

Ich musste das Bier stehen lassen. Ich verliess die Bar und führte noch eine Diskussion mit dem freundlichen Türsteher. Er erklärte mir was von Corona und der Virenübertragung bei Bargeld. Ich erklärte ihm ich hätte die Türfalle einmal von innen und einmal zuvor von aussen angefasst. Auch die Theke hatte ich berührt und für mich war nicht klar, was dort alles für Bakterien und bestimmt auch Viren hafteten. Ich würde da aber nochmals ein Auge zudrücken.

Weiter informierte mich der Türsteher darüber, dass die Besitzer der Bar das gleiche «Cashless-Modell» auch in weiteren ihrer Clubs anwenden würden.

Doch nochmals zurück zum Annahmezwang unter WGZ Art. 3. Dort steht: «Schweizerische Banknoten müssen von jeder Person unbeschränkt an Zahlung genommen werden». Ähnlich bei den Münzen, doch ist die Stückzahl auf 100 beschränkt.

Eine weitere Überraschung gab es diese Woche in Zürich: Als ich am Grossmünster vorbeieilte, erblickte ich das bekannte Gasthaus Karl der Grosse, bekannt schon aus früheren Zeiten als Debattierhaus. Nun das:
KARLA *A DIE GROSSE? Ein Marketing-Gag? Oder was will die Besitzerin, die Stadt Zürich, damit zum Ausdruck bringen?

Auf mich wirken solche Aktionen provokativ. Will man mit dem «Gendern» auf Wirtshausschilder zur Woke-Kultur, den modernen Aufgewachten gehören? Ich betrachte solche Aktionen als billige Ablenkung vom aktuellen Versagen der Behörden und der Politik während der Corona-Krise. Die Woke-Bewegung hat es verpasst von den echten Problemen wie der Kindesmisshandlungen durch die Maskenpflicht und die sinnfreie Zertifikatspflicht an den Schulen zu informieren. Es gab keine Debatten darüber. Nur Stillschweigen, keine Aufarbeitung der Geschehnisse und noch weniger Transparenz.

Was können wir nun tun? – Ich trinke mein Bier nicht in einer Bar, die es nicht verdient hat als solche bezeichnet zu werden. Und ich mag keine einseitige Stadtzürcher Woke-Kultur.

Fazit: Wir müssen unsere eigenen Kultur- und Begegnungsräume schaffen – die beste Vorbeugung für allenfalls wilde, kommende Zeiten.

Herzlichst

Daniel Gamper

0 0

Newsletter

Beiträge
Loading the player...
13.06.2024
Loading the player...
31.05.2024
Loading the player...
30.05.2024
Loading the player...
27.05.2024
Loading the player...
25.05.2024
Beiträge-Archiv

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2024 - TransitionTV

Netiquette

Die Kommentare dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Wir handhaben die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.