31. März 2022 - Lena Kuder

Ist der Traum aus?

Seit einigen Tagen schwirren mir diese Liedzeilen durch den Kopf. Ich frage mich, ob Rio Reiser wohl einen Song über die Corona-Zeit und den Krieg in der Ukraine geschrieben hätte, wenn er noch am Leben wäre. Wahrscheinlich schon. Vielleicht hätte er seinen Song «Keine Macht für niemand» in keine «Keine Maske für niemand» umbenannt. Auch der Text von «Macht kaputt, was euch kaputt macht» passt treffend in die heutige Zeit.

Uns fehlt ein Reiser, der Wut und Enttäuschung über das Establishment und die Politiker hinausschreit, der unangepasst und unbequem an den Sockeln der Macht rüttelt. Es gibt Tage, da steigt in mir eine unbändige Wut hoch und es fällt schwer, sie zu kanalisieren.

Es ist die Wut, bei Mainstream-Gläubigen gegen ein betoniertes Gedankengebäude zu rennen. Die Wut darüber, wie die Leitmedien ins Propagandahorn blasen – nun besonders kräftig im Ukraine-Konflikt. Die Wut darüber, als Massnahmenkritikerin als Gutmensch und hohl beurteilt zu werden. Die Wut darüber, wie die Welt immer stärker in Schieflage gerät.

Fortschrittsgläubige, Sicherheitsfanatiker und Technik-Junkies versus Gefühlswesen mit moralischem Anspruch. Ich ziehe meinen Hut vor Menschen wie Oberstleutnant Daniel Futschik, der in mehreren offenen Briefen die deutsche Bundesregierung kritisiert. Das Wohlergehen seiner Kinder und seine Gesundheit sind ihm wichtiger als sein Job. Weil er sich bei der Bundeswehr kritisch gegenüber der Gen-Injektion geäussert hat und sich nicht impfen lassen will, muss er bald seinen Hut nehmen.

Sicherlich sind die Corona-Kritiker und wachen Menschen noch in der Minderheit, doch helfen Initiativen wie der Kongress «Gemeinsam Frei Vernetzt», Gleichgesinnte zusammenzubringen. Einer der Referenten beim Kongress war der Coach Stephan Meier. Er rät dazu, im eigenen Bewusstseinsfeld zu forschen, um alte Glaubenssätze abzulegen. Wenn also die Wut aufsteigt, gilt es laut Meier, Ruhe zu bewahren und seine Gedanken einen Moment lang aufmerksam wahrzunehmen.

Ein interessanter Aspekt dabei: Meier meint, die Ereignisse der letzten zwei Jahre hätten keine Prozesse im Kollektiv ausgelöst, sondern bei jedem einzelnen Menschen habe sich ein persönlicher Entwicklungsprozess in Gang gesetzt. Aha, nun ist also jeder erst einmal auf sich selbst zurückgeworfen und muss in seinem Inneren aufräumen. Gar kein schlechter Ansatz, wie ich finde. Wenn es also genug Menschen gibt, die zu dieser inneren Einkehr bereit sind, gibt es vielleicht noch Hoffnung, dass der Traum doch nicht aus ist.

Mit unseren Artikeln möchten wir Ihren kritischen Geist wachhalten und zugleich Hoffnung säen. Helfen Sie uns mit einer Spende dabei, weiterhin sorgfältig recherchierte Berichte zu schreiben und Ihnen Mut zu machen.

Herzlich,

Lena Kuder

1 1

Newsletter

Beiträge

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - TransitionTV

Netiquette

Die Kommentare dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Wir handhaben die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.