18. April 2022 - Christian S. Rodriguez

Glaube, Licht und Finsternis

«Nur noch ein Gott kann uns retten.» Dieser Satz geht mir in diesen Zeiten oft durch den Sinn, zuletzt angesichts der Bilder aus Schanghai, angesichts der sich weltweit ausbreitenden Kriege und Nöte, angesichts des todbringenden Unsinns, den die irren Machthaber in Washington und Kiew, Berlin und Brüssel, in Dubai und Genf, von sich geben.

«Nur noch ein Gott kann uns retten» – diese Aussage stammt von einem bedeutenden deutschen Philosophen, den man heute kaum noch zu nennen wagt angesichts des dunklen Flecken in seiner Biographie. Jener Philosoph dachte jedoch sehr gründlich über das Wesen der Technik nach: Woher kommt sie? Wohin führt sie uns? Wird sie uns zum Verhängnis? Was mich mehr beklemmt als sein grosser politischer Fehltritt: dass er mit seinen Befürchtungen offenbar recht hatte. Wer weiss, wen ich meine, ohne nachzuschlagen, der gewinnt ein imaginäres Osterei.

Ein anderer Denker, den der Mainstream hingegen sehr mag und gerne zitiert, illustriert ausführlich, was die Technik mit dem Menschen macht: Yuval Harari schildert in seinen Beststellern die transhumanistische Verschmelzung in allen Facetten und stellt sie als unausweichlich dar: Zunächst «warnte» er vor den Gefahren, doch mittlerweile wissen wir, dass der israelische Superhistoriker die rechte Hirnhälfte des Klaus Schwab ist. Siehe dazu auch den Karfreitags-Newsletter meines Kollegen Lothar Mack.

Harari betrachtet das Festhalten an einer Seele, an freiem Willen, an einer eigenen Persönlichkeit als genauso unsinnig wie den Glauben an den Osterhasen. Die Cloud ist für ihn der Gott der Zukunft, die Algorithmen kennen uns besser als wir uns selbst. Deshalb werde künstliche Intelligenz dem Individuum die Entscheidungen schon bald abnehmen. Wie auch anderes. Wie praktisch.

Anhand Hararis Äusserungen wird überdeutlich: Wir stecken nicht nur in einem globalen Krieg von Supermächtigen gegen alle anderen, was schon schlimm genug wäre. Vor uns tut sich buchstäblich eine materialistische Apokalypse auf. Die Materie fordert den Geist zum ultimativen Kampf heraus.

Auf der einen Seite die düsteren Weltherrschaftsphantasien einiger weniger Psychopathen, auf der anderen das helle verheissungsvolle Erwachen derer, die den jahrhundertealten Betrug der mechanistischen, ökonomistischen, konsumkapitalistischen Abwege durchschaut haben. Die begriffen haben, wie sehr Schulmedizin, Normalwissenschaft, Massenmedien, Politiktheater und Grossspektakel genutzt wurden, um uns in Schach zu halten und in die Irre zu führen.

Wieso gerade jetzt so viel Licht ins Dunkel der Höhle dringt, kann soziologisch, politologisch, technologisch erklärt werden, aber dieser Umbruch hat auch eine spirituelle Dimension. Das Erdbeben, das die gewohnte Welt erschüttert, der Zusammenbruch vieler bisheriger Selbstverständlichkeiten, unterzieht zwangsläufig unsere innersten Gewissheiten einer Prüfung. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, welche Art des Denkens zum Vorschein kommt, wenn einmal die Masken des Irrglaubens restlos gefallen sind?

Wer weiterhin glaubt, dass «die Wissenschaftler» im Fernsehen wahrheitsliebend, der Staat schützend und wohlwollend, die Regierungen redlich, die Mehrheit der Mitbürger vernunftgeleitet, die Pharmafirmen selbstlos sind – der hat zwar beste Chancen, jede Menge Wunder zu erleben, jedoch blaue. In der Religion verwurzelte Menschen sind hier in der Regel einen Schritt weiter. Für sie ist klar, dass dies alles keine letztgültige Wahrheiten sind und es am Ende keinerlei Sicherheit bietet.

Aber auch viele Menschen, die sich selbst nicht einer religiösen Tradition zugehörig sehen, interessieren sich für die Metaebene. Sie beginnen genauer hinzuschauen, was dem Licht und was der Finsternis zugehört. Viele begreifen die irdische Schlammschlacht als Sinnbild eines übergeordneten Konflikts, in dem die gewaltigen geopolitischen und sozialen Zerwürfnisse Symptome, und nicht der Kern des Problems sind.

So interpretiert etwa die Astrologin Silke Schäfer die globalen Verwerfungen im Lichte planetarer Konstellationen. Die Weltgeschichte verlaufe demnach nicht beliebig, chaotisch und zufällig, sondern unterliege Zyklen, die wirkmächtiger seien als das Wirrwarr der Politik und die Launen einzelner Entscheidungsträger.

Astrologie gilt ja manchem «aufgeklärten» Verstandesmenschen als Inbegriff der Unwissenschaftlichkeit und Scharlatanerie. Nachdem wir jedoch gesehen haben, wie viel Scharlatanerie und Schindluder mit «der Wissenschaft» betrieben wird, halte ich es für angebracht, einige Vorurteile in diese Richtung abzulegen.

Denn in der Corona-Krise ist mir aufgefallen: Viele spirituell orientierte Menschen erwiesen sich als intellektuell redlicher, politisch integrer und historisch gebildeter als manche ihrer angeblich «logisch-rationalen» Kritiker. Wohin hat ihre blinde Wissenschafts- und Autoritätsgläubigkeit die vermeintlich geistig Rechtschaffenen gebracht? Auf Talkshow-Professoren und Comedy-Politiker fallen sie herein.

Ich finde deshalb, es lohnt sich, gelegentlich in die Sterne zu schauen und sich auch auf diesen Wegen inspirieren zu lassen. Silke Schäfers Kernbotschaft ist übrigens nichts von einer anderen Welt: Sie rät uns als erstes, dass jeder einzelne lernen soll, mit sich selbst in Frieden zu kommen.

Herzliche Grüsse

Christian S. Rodriguez

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