07. April 2022 - Lars Ebert

Etappensieg

Die allgemeine Impfpflicht in Deutschland ist vom Tisch, auch für Menschen ab 50 oder 60 Jahren. Das freut mich ungemein, und ich gebe zu: Ich habe nicht damit gerechnet. Es gab Freudentränen in Berlin – und sicher auch anderswo. Die sozialen Kanäle sind im Freuden– und Siegestaumel, jetzt kursiert der Hashtag #LauterbachRuecktritt.

Katastrophen–Karl – ntv nannte ihn «Karlchen Chaos» – hat heute seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht:

«Omikron ist deshalb eine etwas mildere Variante, weil so viele Menschen schon geimpft sind.»

Dieser Satz widerspricht gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis. Weiter:

«Wenn es nicht so wäre, wenn sich alle so verhalten hätten, wie es hier zum Teil vorgetragen wird, und niemand hätte sich impfen lassen, dann hätten wir jetzt eine lupenreine Katastrophe und wären im völligen Lockdown.»

Hätte, hätte, wäre. Ich kann diesem Menschen nicht mehr zuhören. Er hat sich so oft selbst und der Wissenschaft widersprochen, dass ich ihm kein Wort mehr glaube. 2021 hat er passenderweise gesagt:

«Die Wahrheit also, also die Wahrheit, führt in sehr vielen Fällen zum politischen Tod, ich bitte Sie!»

Jetzt sitzt Lauterbach auf Millionen Impfdosen, deren Haltbarkeitsdatum abläuft. Sein Vorgänger Spahn und er haben so viele Impfdosen bestellt – und von unseren Steuergeldern bezahlt –, dass jeder Bundesbürger knapp siebenmal geimpft werden kann. Ich hoffe, dass die Fehlentscheidungen, die Unwahrheiten und die mutmassliche Korruption zu seinem politischen Tod führen.

Sarah Wagenknecht hat es kurz und knapp auf den Punkt gebracht:

«Die Impfstoffe schützen nicht davor, sich und andere zu infizieren. Schwere Verläufe sind mit Omikron zum Glück so selten geworden, dass selbst trotz Rekord–Inzidenzen kein Krankenhaus überlastet war. Wie gut die Impfung gegen künftige Mutationen schützt, weiss kein Mensch. Und dann häufen sich auch noch Berichte über Nebenwirkungen und Impfschäden

Wie geht es jetzt weiter? Natürlich gibt es Hoffnung, wenn die Mehrheit im Deutschen Bundestag gegen eine Impfpflicht ist. Natürlich haben die Aufklärung, die Spaziergänge und der Widerstand etwas gebracht. Da sind Freude, Stolz und Schulterklopfen gerechtfertigt! Es gab ja lange genug kaum Anlass dafür.

Nur: Wir dürfen nicht nachlassen. Es ist ein sehr langer Weg zu Freiheit und wirklicher Demokratie. Stichworte: Krieg, Inflation, Versorgungsengpässe, Konzentration von Geld und Macht.

Und die einrichtungsbezogene Impfpflicht gibt es immer noch. Im Supermarkt trägt die grosse Mehrheit freiwillig Maske. Und ich weiss aus erster Hand, dass es Schulen gibt, in denen trotz Aufhebung der Maskenpflicht fast alle Schülerinnen und Schüler weiter Maske tragen – auch auf ihrem Platz während des Unterrichts. Wer sich ein bisschen auskennt mit den wissenschaftlichen Fakten zu den Themen Maske und Schwere der Erkrankung bei jungen Menschen, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

Herzlich

Ihr Lars Ebert

0 0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - TransitionTV

Netiquette

Die Kommentare dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Wir handhaben die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.