21. Oktober 2022 - Lars Ebert

Drohnen – Überlegenheit der Technik?

Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang. Friedrich Hebbel

Im Allgemeinen ist es ja immer besser, auf die Technik zu vertrauen, als auf die Natur. Die Natur ist unberechenbar und gefährlich. Wenn man sich nur schon vorstellt, wie viele Menschen letztes Jahr wieder durch einen Blitzschlag ums Leben gekommen sind: in Deutschland bis zu acht! Dagegen gibt es vergleichsweise sehr wenige Tote durch Autos, Schadstoffe oder Medikamente.

Deshalb freue ich mich über die entscheidenden Fortschritte bei der Entwicklung von unbemannten Flugkörpern. Deren nächste Generation wird in den Massenmedien verschwiegen. Diese Drohnen können dank einer eingebauten selbstlernenden Intelligenz komplett eigenständig navigieren. Auf eine Fernsteuerung kann im Grunde verzichtet werden.

Der grössere Typ «EL» soll unter anderem zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Seine Objekterkennung und Manövrierfähigkeit sind auf einem anderen Level: Die Drohne kann im Flug kleine Insekten wie Mücken oder Käfer erkennen und fangen. Dazu werden zwei Kameras und ein beweglicher Flugkörper eingesetzt. Sie kann mehrere Stunden täglich ohne Aufladen fliegen.

Der kleinere Typ «kt» kann unter anderem zur Bestäubung von Obstbäumen oder anderen Nutzpflanzen eingesetzt werden. Die Drohne wiegt nur wenige Gramm und ist deshalb recht anfällig für Wind und Regen. Sind die Flugbedingungen zu riskant, wird automatisch ein Ruhemodus aktiviert. Sie hat eine geringere Höchstgeschwindigkeit als der Typ «EL», kann aber ebenfalls mehrere Stunden am Tag ohne Nachladen in der Luft bleiben.

Zur Energieversorgung wurde für beide Typen eine Art kleiner Bioreaktor entwickelt: Die Drohnen können das Biomaterial aus den gefangenen Insekten oder auch Körnern zur Energiegewinnung nutzen. Ein Ladegerät ist überflüssig!

Die Drohnen bestehen zudem zu 100 Prozent aus recycelbarem Material. Nach jahrelangem Einsatz können sie klimaneutral kompostiert werden.

Beide Drohnen stammen aus der Produktion des Weltkonzerns «nature-evolution». Der Typ «EL» gehört zur Baureihe «VOG», der kleinere Typ «kt» stammt aus der feinmechanischen Sparte «Inse». Von beiden Modellreihen sollen in den nächsten Jahren viele verschiedene Varianten erscheinen.

Alle Drohnen des Herstellers «nature-evolution» können sich übrigens selbst replizieren. Sobald einige Exemplare einer Baureihe hergestellt worden sind, können diese wiederum in einem komplizierten mehrstufigen Verfahren neue Exemplare bauen. (Eine dieser Entwicklungsstufen wird durch eine dünne Kalkschale vor Umwelteinflüssen geschützt.) Die Herstellungskosten und die damit verbundenen Umweltbelastungen konnten dadurch entscheidend reduziert werden.

Natürlich ist es bei technischen Drohnen – anders als bei Tieren aus der Natur – ausgeschlossen, dass Schäden beim Menschen entstehen. Deshalb muss man sich keine Sorgen über die Bewaffnung der deutschen Bundeswehr mit Kampfdrohnen machen – die auch im deutschen Luftraum eingesetzt werden sollen.

Ohne Ironie: Ich glaube es macht Sinn, sich ab und an den Wert der Natur zu vergegenwärtigen. Und dass wir Menschen nur ein Teil davon sind.

Herzlich

Ihr Lars Ebert

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