12. Februar 2022 - Ole Skambraks

Aussteigen

Liebe Leserinnen und Leser, «Wie kann ich aussteigen?», fragte mich eine Bekannte vor ein paar Tagen.

Meine schnelle Antwort: «Hör auf bei Amazon (und anderen grossen Onlineversandhäusern) zu bestellen, trenn Dich von Deinem Smartphone, kündige Deine Konten bei den grossen Banken, mach nicht mit bei Impfpässen und digitalen Identitäten, zieh aufs Land, produziere Deine eigene Energie und Lebensmittel.»

Das klingt komplizierter, als es ist. Die grösste Herausforderung ist der Schritt raus aus der Komfortzone. Das Thema «aussteigen» bzw. «einsteigen» in ein anderes Leben begleitet mich und meine Familie seit der Geburt unseres Sohnes.

Die Sehnsucht nach mehr Natur, Ursprünglichkeit und Ausgeglichenheit, die in mir Stadtmensch schon lange pochte, wurde damals plötzlich konkret. Unser Sohn sollten Kühe nicht aus der Werbung kennenlernen, sollte draussen spielen können, ohne auf Autos achten zu müssen, sollte in frischer Luft aufwachsen. Nun kommt auch der Wunsch dazu, unsere Kinder vor dem Corona-Wahn zu schützen. Als es in der städtischen Kita ans Testen ging, sind wir aufs Land in eine Gemeinschaft gezogen.

Gerade habe ich Mittag mit Gemüse aus unserem Marketgarden gegessen. Heute Morgen gab es Milch von unseren Kühen. Lebensmittel, die wir nicht selbst produzieren, bekommen wir über Direktvertrieb geliefert. Einen Supermarkt sehe ich mittlerweile nur noch selten von innen.

Aussteigen heisst für mich vor allem unabhängig von den herkömmlichen Versorgungssystemen zu werden. Das geht auch in der Stadt über Solidarische Landwirtschaften, Urban Farming und Foodcoops.

Doch so reizvoll das soziale und kulturelle Leben der Städte auch sein mag, der Preis dafür wird immer höher. In der Smart-City ist alles miteinander verbunden und produziert Daten – von der Milchpackung bis zum selbstfahrenden Auto. Die dafür benötigte 5G-Technik ist mittlerweile in fast allen Städten in Betrieb.

Sie haben keinen sprechenden Kühlschrank und nicht mal ein Handy? 5G wirkt trotzdem, wie die Wissenschaftlerin Dr. Diana Henz in einem Feldversuch herausgefunden hat:

«Darüber hinaus konnten wir sehen, dass die 5G-Strahlung sehr tief in das Gehirn eindringt und auch das limbische System erreicht. Das kann z. B. hormonelle Regelkreisläufe und Neurotransmittersysteme beeinflussen. Die Effekte waren deutlich stärker als bei den Vergleichsmessungen in der 4G-Zone. Wir sind noch zu einer weiteren Erkenntnis gekommen, die wegweisend sein dürfte: Diese tieferliegenden Schichten wurden auch ohne Handy-Telefonate und Online-Aktivitäten aktiviert – es genügte der blosse Aufenthalt in dem 5G-Testfeld.»

Der 5G-Strahlung können wir dank Elon Musks Starlink-Satelliten auch in unserer Gemeinschaft im Schwarzwald nicht vollständig entkommen. Doch zumindest haben wir den Wald vorm Haus, können in der Erde wühlen und uns mit unseren Wurzeln verbinden.

Das Gute an der jetzigen Situation: Wir sind nicht alleine! Es gibt viele, die dem praktizierten Wahnsinn entfliehen möchten. Zusammen lassen sich die Schritte des Ausstiegs leichter realisieren. Das Gemeinschafts-Verzeichnis eurotopia gibt eine Übersicht von Projekten. Die Plattform ökologisch Siedeln vernetzt Gleichgesinnte. Bei Graswurzle und H.e.l.f.a. trifft man Menschen, die sich konstruktiv im Lokalen engagieren.

Steigen wir ein in eine bessere Welt. Die Zeit ist reif.

Herzlich,

Ole Skambraks

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