18. April 2022 - Christoph Pfluger

Die Karfreitagsfrage

Die drei reichsten Männer der Erde könnten die Staaten Afrikas komplett entschulden. Es blieben ihnen dabei immer noch je 40 Milliarden für den Rest ihres Lebens.

Eine Welle der Befreiung würde über die Welt rollen. Die restlichen Milliardäre würden ebenfalls bei der Entschuldung helfen. Die Kinder würden wieder zur Schule gehen statt in die Bergwerke und der unermessliche Reichtum des Planeten würde den Menschen dienen anstatt den «Märkten».

Drei Männer! So nah sind wir an einer historischen Umwälzung! Gleichzeitig spüren wir: Wir sind so weit von ihr entfernt, dass die meisten von uns glauben, dass wir den Zustand des Friedens unser Lebtag nicht erreichen.

So denkt man sich halt: Doch lieber in den weltweiten Kampf eintreten, aufrüsten und hoffentlich gewinnen. Nur: Dieser Kampf kennt nur Verlierer – von ein paar Supermächtigen und ihren Dienern abgesehen, die sich ihres Sieges aber nicht werden erfreuen können.

Die Karfreitagsfrage lautet: Was muss sterben, damit echtes Leben möglich wird?

Natürlich gibt es auf Karfreitagsfragen keine Antworten. Die gibt es erst an Ostern. Zuerst müssen wir noch ein bisschen am Kreuz hängen und mit dem Unvermeidlichen hadern, bevor wir endlich sagen können: Es ist vollbracht.

Ja, was könnte denn vollbracht sein? Ein paar Vorschläge:

  • Wir haben genug produziert, konsumiert und weggeworfen.
  • Wir haben lange genug unser Leben und die Welt dem Geld geopfert.
  • Wir haben uns mehr als genug von lärmigen Bildern und grellen Botschaften ablenken lassen.
  • Wir haben uns ausreichend geängstigt – vor Viren, Despoten, Mangel und Tod.
  • Wir haben lange genug unsere inneren Wahrheiten verleugnet und ein Leben im Schein geführt.

Es ist vollbracht. Es ist genug. Wir können produzieren, konsumieren und wegwerfen. Wir sind verdammt gut darin, unser Leben dem monetären Wahn hinzuwerfen. Wir werden nicht müde, jeder Sau nachzurennen, die die Medien durchs globale Dorf treiben.

Und wir sind so gut im Angst haben, dass wir nicht einmal merken, dass wir jeden Tag zur Arbeit gehen und damit ein System erhalten, das gewissermassen auf Angst gebaut ist, weil es den Kampf jeder gegen jeden und alle gegen die Natur bis zum Geht-nicht-mehr steigert.

Wir sind auf eine absurde Art furchtlos. Wir bauen eine sich selbst zerstörende Maschine und kämpfen bis zur Selbstzerstörung gegen dieses Monster.

Wenn wir vor etwas Angst haben sollten, dann vor uns selber, dass wir uns diesem Irrtum hingeben, der eigentlich bereits ein Irrsinn ist.

Ich weiss nicht, wie dieser Teufelskreis zu brechen ist. Denn wie alle grossen Probleme der Menschheit, hat auch dieses eine paradoxe Antwort: Wir stecken alle in der Falle, an der wir gemeinsam gebaut haben – nach welchen Plänen auch immer. Aber wir können uns nur individuell befreien.

Natürlich ist es nützlich, wenn einige vorangehen und zeigen, dass Befreiung geht.
Aber letztlich müssen wir uns alle der Frage stellen: Wollen wir Angst oder wollen wir Liebe? Wollen wir Mangel oder wollen wir Schöpfung? Wollen wir Kontrolle oder Zukunft, Kampf oder Frieden?

Das Schöne an diesen Karfreitagsfragen ist, dass sie zu einer Auferstehung führen.
Das Harte an ihnen ist, dass zuerst etwas sterben muss, wenn neues Leben entstehen soll.

Der Kelch des Kreuzes geht übrigens auch an uns nicht vorbei, die wir uns auf der guten, der wahren Seite des Lebens wähnen. Die Corona-Transition zum Beispiel kann auch nicht weiterfahren wie bisher und steht selber vor Karfreitagsfragen.

Ich bin froh, dass nicht ich, sondern die Transition Genossenschaft (kurz vor der Registrierung) sie beantworten muss. Die finanziellen Bedingungen zwingen sie dazu, ihren Namen zu leben: Transition.

Weiter unten schon mal der Hinweis auf das Konto des Trägervereins. Die Mitarbeiter können einen kleinen Vertrauensvorschuss zur Zeit gut gebrauchen. Sie stehen gewissermassen am Ende einer Fastenzeit, die noch andauert, wenn es nicht endlich Ostern wird. Aber noch herrscht Karfreitag.

Dieser Newsletter ist wieder übertrieben lang geraten. Aber nachdem ich als ehemaliger Herausgeber heute den Newsletter übernehmen durfte, wollte ich die Chance nutzen, die Beziehung zu Ihnen zu erneuern, die dieses Portal bald zwei Jahre lang unterstützt haben.

Wir alle brauchen Auferstehungskräfte. Wir sind zwar individuell für sie verantwortlich. Aber wenn wir ihnen Raum geben, wirken sie auf alle. Dann kann an Ostern etwas beginnen, das schon da ist, aber noch schlummert. Dann kann etwas auferstehen, das grösser ist als wir.

Es folgen noch ein paar Hinweise und die Links zu den aktuellen Veröffentlichungen.

Ich wünsche frohe Ostern – und geniessen Sie die Auferstehung, wie sanft oder wie kräftig sie auch ausfallen mag.

Christoph Pfluger
Initiant der Corona-Transition

Wie angekündigt, der Hinweis auf das Konto des Vereins Corona-Reset, der die Plattform demnächst an die Transition-Genossenschaft übertragen wird. Der Betrieb der Plattform liegt bereits in der Hand der neuen Crew unter der Leitung der Ökonomin Susanne Köchli. Als Vertreter des alten Trägervereins fungiere ich noch als Kassenwart. Als solcher macht mir die Entwicklung Sorgen, die ich hiermit mit Ihnen teile:

Verein Corona-Reset, Gerliswilerstr. 69, CH-6020 Emmenbrücke.
IBAN CH18 0900 0000 1547 9455 6. BIC POFICHBEXXX.

Mit Kreditkarte für Corona-Transition

und mit Twint:

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